In welchem Zusammenhang steht unsere Ernährung bei Schmerzen? Wie so häufig in der Medizin lässt sich diese Frage nicht pauschal beantworten. Dies liegt zum großen Teil daran, dass Schmerzen Ausdruck verschiedener Prozesse unseres Körpers sein können. So hat mein schmerzendes Knie am Folgetag eines intensiven Trainings wahrscheinlich andere Ursachen als meine Kopfschmerzen während eines Infekts. Die große Frage im Zusammenhang von Ernährung und Schmerzen ist natürlich für viele, ob sich vor allem wiederkehrende Schmerzzustände durch Ernährung beeinflussen lassen. Hier lohnt sich ein differenzierter Blick auf die Hintergründe des jeweiligen Schmerzgeschehens!
Gibt es Schmerzen, die im direkten Zusammenhang mit meiner Ernährung stehen?
Tatsächlich können Schmerzzustande sowohl direkt als auch indirekt über unsere Ernährung verursacht sein! Mögliche Ursachen für direkt über Nahrungsmittel beeinflusste Schmerzen können sein:
– Nahrungsmittelunverträglichkeiten
– Histaminintoleranz
– unausgewogene Darmflora
– Reizdarmsyndrom
– chronische Gastritis
– Mangelzustände
Natürlich ist es für die meisten naheliegend, dass Bauchschmerzen und Verdauungsbeschwerden im direkten Zusammenhang mit der Nahrungsaufnahme stehen. Bauchschmerzen und Druckgefühl sind jedoch nicht die einzigen Beschwerdebilder, die unsere Ernährung unter Umständen hervorrufen können. Nicht selten können auch Kopfschmerzen durch Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder eine Histaminintoleranz entstehen! In meiner Praxis habe ich auch die Erfahrung gemacht, dass manche Patienten unter Kopfschmerzen leiden, wenn eine Pilzbelastung im Darm vorliegt. Packt man in diesen Fällen das Übel an der Wurzel, erfahren die Patienten häufig sehr schnell eine positive Veränderung.
Zudem kann unser Reizleitungssystem massiv aus der Ruhe gebracht werden, wenn gewisse Nährstoffe fehlen. Hiervon sind insbesondere Patienten mit Vorerkrankungen wie Diabetes Mellitus, aber auch Patienten, die über viele Jahre hinweg Medikamente einnehmen mussten, gefährdet. Aber auch grundsätzliche Ernährungsfehler können zu Nährstoffmängeln führen, unabhängig davon, ob wir normalgewichtig sind oder nicht! Hier kann ein Blutlabor wichtige Einblicke geben.
Inwiefern beeinflusst unsere Ernährung Schmerzen indirekt?
Der indirekte Zusammenhang zwischen Ernährung und Schmerzen tritt noch deutlich häufiger auf. Bei vielen chronischen Schmerzzuständen wie Arthrose oder Rheuma liegen stille Entzündungen im Organismus vor, die unsere Zellen dauerhaft fordern. Dadurch entstehen oft relative Mangelzustände, weil dem Körper immer wieder wichtige Baustoffe geraubt werden. Entsprechend ist eine ausreichende Versorgung insbesondere mit folgenen Substanzen empfehlenswert:
– Omega-3-Fettsäuren
– Antioxidantien wie Vitamin C & E
– sekundäre Pflanzenstoffe
Entsprechend kann eine ausgewogene Ernährung die Schübe und Intensität von chronischen Schmerzgeschehen sowohl positiv als auch negativ beeinflussen. Eine häufig unterstätze indirekte Schmerzursache ist zudem eine unausgewogene Ernährung bei Menschen, die viel Sport treiben! Bei chronisch unterversorgeten Glykogenspeichern, fehlen dem Körper Reserven, um Mikroverletzungen nach dem Training zu repaieren. Ist dies ein Dauerzustand verliert der Körper weiterhin wichtige Bausubstanz. Häufige Gelenkverletzungen und Entzündungen am Bewegungsapparat sind die Folge.
Ernährung beeinflusst unseren Schmerzen leider nicht insofern, dass der Verzehr bestimmter Nahrungsmittel unsere Schmerzen einfach lindern könnte. Dennoch haben wir viele Optionen insbesondere wiederkehrende Schmerzzustände positiv über die Ernährung zu beeinflussen. Wenn Sie Ihren Körper über die Ernährung optimal unterstützen möchten, vereinbaren Sie gerne einen Termin.